Die Insel

Ich sitze wieder auf meiner kleinen Insel. Rings um mir sieht man nur das Meer, aber das Wasser ist nicht blau,

(sondern schwarz).

Auf der Insel befindet sich nur Sand,

(überall nur Sand).

Und kleine Felsen,

(kleine spitze Felsen).

Hier bin ich von jeglicher Zivilisation isoliert, hier erreicht mich nichts mehr.

Ein Klopfen an der Tür.

Ich bin wieder in meinem Zimmer.

Mutter steckt ihren Kopf herein. Sie lächelt.

(lächelt? Wie kann sie jetzt nur lächeln?)

Während sie redet bin ich wieder auf meiner Insel - aber ich höre ihre Worte trotzdem. Sie erreichen mich wie durch eine Wand, aber ich höre sie trotzdem deutlich.

Ich verstehe ihren Sinn nicht. Ich will ihn nicht verstehen. Ich verstehe ihn.

ICH WILL NICHT ZUR OMA!

Meine Insel löst sich auf ich fühle kaltes Wasser auf mir ich will schreien.

Nein, nicht schreien. Sonst muss ich wieder in die Klinik.)

NEIN, NICHT ZUR OMA!

Sie sagt, ich muss, ich sage NEIN. Ich denke:

(die Oma isst gerne, will mich fressen).

Mutter redet mir gut zu.

(Soll die Oma doch die Mutter fressen. Mit ihren falschen Zähnen.)

Die Mutter geht.

Ich bin wieder auf meiner Insel. Dort ist mir kalt. Ich habe Hunger. Die Sonne geht unter. Aber nicht so schön wie normal,

(sondern schwarz alswäre sie ausgebrannt).

Nicht schreien,

denke ich.

nichtnichtnichtnichtnichtnichtnichtnichtnicht

NICHT.

Ich schreie. Verliere meine Insel, falle ins Wasser,

bin tot - zum Leben

unfähig.